Im März beschäftigten sich die Pusteblumen, Ernies und Eichhörnchen mit den Lebensbedingungen früher und heute. Um dieses Sachunterrichtsthema für die Kinder konkret erlebbar zu machen, schauten wir in ihre ganz persönlichen Familiengeschichten: Über zwei Wochen hinweg brachte jeder kleine Familienschätze mit in die Schule und erzähte der Klasse die damit verbundene Geschichte. Für die meisten Kinder war das absolut spannend, sie hörten aufmerksam zu und stellten oft noch viele Fragen.


Ergänzend dazu besuchten wir die Museumswohnung in der Dunckerstraße und sahen uns an, wie reiche und arme Familien um 1900 in unserem Stadtbezirk lebten.

Weil die Eichhörnchen so viele spannende Gegenstände aus ihrer Familiengeschichte mitbrachten und das Ganze in der Klasse auf so viel Interesse stieß, wurde das Projekt ausgeweitet: wir wollten eine richtige Ausstellung machen - ein Familoseum.
Dazu wurden dann Plakate entworfen und gemalt, kleine Delegationen von den Eichis waren in anderen Klassen, um die Idee vorzustellen und zu einem Besuch einzuladen.


Am 18.3. war das Familoseum dann für zwei Unterrichtsstunden geöffnet und wir hatten das MoMA-Gefühl: 150 Besucher auf so kleinem Raum - genau so voll, aber bestimmt viermal so laut: Milane, Pinguine, Ernies, Pusteblumen und Biber, Schul- und Hortleitung, Sekretariat und diverse begleitende und betreuende Erwachsene, die sich allesamt sehr interessiert zeigten.

Unsere Eichis haben erlebt, wie sich ein Museumswärter oder Fremdenführer nach einem anstrengenden Arbeitstag fühlt – inklusive Halsschmerzen vom vielen Sprechen. Glücklicherweise durften unsere Museumswärter ihren Platz verlassen, um sich auszuruhen, ihre Kollegen zu besuchen, oder selber noch einmal ausgiebig andere Exponate zu untersuchen.

Die erwachsenen Gäste waren beeindruckt und lobten das Projekt sehr. Auch die kleinen Besucher waren größtenteils sehr interessiert, stellten viele Fragen und probierten aus. Um manche Tische entstanden regelrechte Trauben, durch die man sich erst hindurchkämpfen musste.

Die Eichis waren sehr stolz, besonders darüber, dass auch die ganz großen Milane da waren - ich auch. Am Ende waren aber auch alle froh, dass es vorbei war - ich auch.

Frank Weingärtner
Klassenleiter der Eichhörnchen